1. Mai
In den Maitagen 1886 streikten amerikanische ArbeiterInnen in Chicago für einen Acht-Stunden-Arbeitstag. Die Demonstration endete in einer Tragödie: 17 Menschen wurden von der Polizei getötet und über 100 verletzt. Den mutmaßlichen Organisatoren wurde der Prozess gemacht, der mit der Hinrichtung von vier Angeklagten endete. Erst zwei Jahre später wagte man sich wieder einen neuen Versuch. Die Wahl fiel auf den 1. Mai, dem damaligen "Moving Day", einem traditionellen Stichtag von Arbeitsverträgen und für Arbeitsplatzwechsel.
Im Jahre 1889 beschloss der internationale Arbeiterkongress in Paris eine große internationale Manifestition zu organisieren und entschied sich nach amerikanischem Vorbild für den 1. Mai. 1890 gingen in ganz Europa Millionen ArbeiterInnen für ihre Rechte auf die Straße. Auch Österreich schloss sich den Demonstrationen an. Seit diesem Jahr wurde jährlich der 1. Mai - also der Tag der Arbeit - begangen.
"Tag der deutschen Arbeit"
Zu Beginn der ersten Republik 1919 wurde der erste Mai Staatsfeiertag. Bis 1938 galt er als "Feier- und Verfassungstag" bis er vom NS-Regime zum "Tag der deutschen Arbeit" gemacht wurde. Das Regime wollte ihn als alten deutschen Feiertag wieder erobern und die marxistische Verfälschung des deutschen Frühlingsmonats rückgängig machen.
Zweite Republik: Wieder Tag der ArbeiterInnenbewegung
In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich der 1. Mai wieder zum Staatsfeiertag mit seinem ursprünglichen Sinn. Er wurde wieder zu einer Plattform für sozialpolitische Anliegen und zum Forum innenpolitischer Auseinandersetzungen.













