10.000 Jugendliche verlassen zu früh die Schule
"Eine Schule, die nicht sozial ausgrenzt, ist zentrale Voraussetzung für Armutsbekämpfung und Aufstiegschancen von Kindern aus benachteiligten Familien", das ist die zentrale Aussage der Armutskonferenz anlässlich der Arbeitstagung "Zukunft trotz(t) Herkunft" in Wien.
10.000 Jugendliche verlassen jährlich die Schule
Darüber hinaus fliegen laut AK-Präsident Herbert Tumpel vor allem Kinder von Eltern mit niedriger Qualifikation aus dem Bildungssystem oder haben maximal einen Pflichtschulabschluss. 10.000 Jugendliche verlassen jährlich die Schule ohne Lehr-, Fachschul- oder Maturaabschluss. Der Anteil ist mit 10,9 Prozent früher SchulabgängerInnen in Österreich im Vergleich zu den EU-15 (16,4 Prozent) relativ gering. Unter den Personen, deren Eltern nur eine niedrige Schulbildung haben, beträgt der Anteil der frühen Schulabgänger 18,8 Prozent. Haben die Eltern einen hohen Bildungsabschluss, sind es nur 3,7 Prozent. Personen mit Migrationshintergrund sind unter den Schulabbrechern ebenfalls überrepräsentiert.
Bildung soll den Teufelskreis durchbrechen
"Trotz gut ausgebauten Sozialstaats sind die Aufstiegschancen von Kindern aus ärmeren Elternhäusern in Österreich unterdurchschnittlich", stellt Sozialexperte Martin Schenk fest. "In Österreich haben wir eine im europäischen Vergleich geringe Kinderarmut, aber nur durchschnittliche Werte bei den sozialen Aufstiegschancen von Kindern aus ärmeren Haushalten. Bildung ist nicht der einzige, aber einer der effektivsten Faktoren, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Die berufliche Zukunft der Abbrecher sieht trist aus: In der Folge finden nur 40,9 Prozent eine Beschäftigung. Bei Jugendlichen mit Berufsschulabschluss oder Matura sind es dagegen 70 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist bei frühen Schulabgängern mit 12,4 Prozent doppelt so hoch wie bei höher gebildeten 18- bis 24-Jährigen.
Schrodt fordert grundlegenden Bildungsreform
Für AHS-Direktorin Heidi Schrodt, Vorsitzende der Initiative "bildungGRENZENLOS", ist der starke Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungslaufbahn Beweis für die Notwendigkeit einer grundlegenden Bildungsreform. Sie forderte ein flächendeckendes Angebot an ganztägigen Schulen, eine gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht, eine gemeinsame universitäre Ausbildung für alle LehrerInnen, verpflichtenden Kindergartenbesuch und eine massive Verstärkung der Förderung von Migrantenkindern.
Quelle: APA Zukunft/Wissen













